Hinter mir liegt die letzte Woche der parlamentarischen Sommerpause – allerdings alles andere als eine Ferienwoche.
Die Woche begann am Montag mit einem Tag auf Sylt. Wie üblich, wenn ich zu Hause in Morsum auf Sylt bin, habe ich morgens um 06.00 Uhr meine beiden Töchter geweckt, mit ihnen gefrühstückt und sie auf den Weg zur Schule geschickt. Anschließend waren Büroarbeiten angesagt: Vorbereitungen auf die Termine der Woche. Aus meinem Berliner Büro forderte ich Unterlagen für ein Gespräch an, das ich am Wochenende vereinbart hatte, und zu dem ich mich um 11.30 Uhr mit einer Bürgerin aus meinem Wahlkreis im Westerländer Café Wien traf. Sie und ihr Lebensgefährte sind Seeleute, die u.a. auch die Schifffahrtsroute um das Horn von Afrika nutzen. Sie sind in Sorge um die dort zunehmende Piraterie. Tatsächlich sind in den vergangenen Wochen mehrere deutsche Schiffe gekapert worden und Seeleute entführt worden. Anhand der mir noch gerade rechtzeitig aus Berlin übermittelten Unterlagen konnte ich ihr den aktuellen Sachstand aus den Verhandlungen der Koalition und der Regierung erläutern. Zielsetzung ist es, dass die Bundesmarine gegen Piraten zum Schutz der deutschen Handelsflotte eingesetzt werden kann. Zurzeit mangelt es an einer vernünftigen Rechtsgrundlage. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion setzt sich für eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes ein.
Am Nachmittag setze ich meine Büroarbeit zu Hause fort. Ein Termin, zu dem ich eigentlich zum Abend hätte nach Husum fahren sollen, wird wegen kurzfristiger Absagen vollständig gestrichen. So komme ich unverhofft zu einem freien Abend – dem einzigen in dieser Woche.
Am Dienstag nehme ich den Zug um 07.34 Uhr ab Morsum und fahre nach Husum. Dort habe ich eine halbe Stunde Zeit, um die wichtigsten Dinge mit meinen Mitarbeiterinnen im Wahlkreisbüro und in der CDU-Kreisgeschäftsstelle zu besprechen. Anschließend geht es mit meiner Wahlkreismitarbeiterin Johanna Papke zur Messe Husum-Wind. Diese weltweite Leitmesse für die Windkraftbranche wird in diesem Jahr von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, meinem CSU-Fraktionskollegen, und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen eröffnet. Mit beiden mache ich nach der Eröffnungspressekonferenz einen mehrstündigen Messerundgang und habe die Gelegenheit, an vielen Ständen aktuelle Stimmungen aus der Branche aufzunehmen, die für meine Arbeit in Berlin wichtig sind. Nach kurzer Stippvisite im Wahlkreisbüro am Nachmittag fahre ich nach Neumünster. Dort findet an diesem Abend die Landesversammlung der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU Schleswig-Holstein (KPV) statt, deren Landesvorsitzender ich bin. So obliegt mir die Begrüßung, Versammlungsleitung, Moderation einer Podiumsdiskussion zum Landesentwicklungsplan, und in meinem Rechenschaftsbericht nehme ich zur aktuellen Diskussion über die Verwaltungsstrukturreform Stellung. Ich werbe für mehr Handlungsfreiheit für die Kommunen.
Um Mitternacht bin ich in Klanxbüll und komme mit dem letzten Zug auf die Insel zurück: 00.30 Uhr zu Hause.
Mittwoch, 10. September: 06.00 Uhr Aufstehen, Frühstück mit den Kindern. Anschließend zwei Stunden Schreibtischarbeit, dann wieder mit dem Zug aufs Festland. Mein erster Termin führt mich nach Struckum zur Spedition Sterner, die mich zu einem Gespräch eingeladen hatte, da sie in Sorge ist um die zunehmenden Belastungen aus der von Bundesverkehrsminister Tiefensee geplanten Mauterhöhung. Die Pläne des Bundesverkehrsministers werden insbesondere kleinere Speditionen stärker treffen. Ich nehme die Informationen mit für Gespräch in Berlin.
Von Struckum geht es nach Husum ins Wahlkreisbüro zu Besprechungen mit Mitarbeitern und Telefonaten. Anschließend fahre ich weiter nach Kiel. Dort führe ich ein Informationsgespräch beim Tourismusverband Schleswig-Holstein. Seit drei Monaten bin ich ordentliches Mitglied im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages und versuche, Informationen und politische Erwartungen an die Bundesebene in der Tourismusbranche Schleswig-Holsteins aufzunehmen. Abends besuche ich einen parlamentarischen Abend des Verbandes der Chemischen Industrie Nord in Kiel. Da ich in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der Arbeitsgruppe Umwelt auch für Chemikalien-Politik zuständig bin, treffe ich dort viele Gesprächspartner, die mir für meine Arbeit in Berlin wichtige Hinweise geben.
Ich erreiche den vorletzten Zug ab Klanxbüll, mit dem ich um 23.30 Uhr in Morsum zu Hause ankomme. Feierabend.
Am Donnerstag kann ich zwar noch die Kinder wieder wie gewohnt um 06.00 Uhr wecken, aber mit einem gemeinsamen Frühstück wird es nichts mehr. Bereits um 06.34 Uhr nehme ich den Zug ab Morsum nach Klanxbüll und fahre mit dem Wagen nach Dagebüll. Von dort aus geht es mit der Fähre nach Amrum, wo ich ein ganztägiges Besuchsprogramm absolviere. Kein anderer Bundestagswahlkreis hat so viele Inseln und Halligen wie mein Wahlkreis Nordfriesland-Dithmarschen/Nord. Die Betreuung der Inseln und Halligen ist sicherlich besonders zeitaufwändig. Bisher habe ich es geschafft, als Abgeordneter jedes Jahr auf die Inseln Föhr, Amrum und Pellworm zu fahren, Themen bei Besuchen kennen zu lernen und in Veranstaltungen über politische Geschehnisse in Berlin aus erster Hand zu berichten. Diesmal stehen auf Amrum die Schwerpunkte Küstenschutz, Tourismus und Verwaltungsstrukturreform auf dem Programm. Ich höre, wo Küstenschutzmaßnahmen dringend notwendig sind, aber nicht wie gewünscht vorankommen. Ich sage zu, die Amrumer Belange gegenüber der Landesregierung zu unterstützen. Mit dem Besuch in der neuen gemeinsamen Tourismuszentrale von WDR und Amrum-Touristik, in der Verwaltung von Amrum-Touristik, zwei Besuchen von relevanten Küstenschutzabschnitten, einem Gespräch mit Mitgliedern des Amtsausschusses des neuen Amtes Föhr-Amrum und einer Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Amrum ist der Tag gut gefüllt.
Mit der Fähre bin ich um 19.30 Uhr wieder in Dagebüll, so dass ich um 20.30 Uhr wieder zu Hause in Morsum ankomme. So bleibt noch ein kleiner Rest des Abends.
Am Freitag beginnt der Tag wieder mit Schreibtischarbeiten: Vorbereitung auf eine Klausurtagung der Arbeitsgruppe „Umwelt“, die am Wochenende in Berlin stattfindet. Mit meiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Antonia Schabel, die mich bei den Umweltthemen unterstützt, bespreche ich offene Fragen, zu denen noch letzte Ermittlungen angestellt werden müssen.
Um 10.04 Uhr nehme ich den Zug aufs Festland, um zu einer Beisetzung nach Kerlum zu fahren. Mit einer großen Trauergemeinde verabschieden wir Dr. Wolfgang Fuchs, ein langjähriges CDU-Mitglied, der u.a. 16 Jahre lang als Bürgermeister in der baden-württembergischen Stadt Bad Krozingen gewirkt hatte. Als Ruheständler war er zusammen mit seiner Frau zu seiner Tochter Astrid Dammerow, der Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion im nordfriesischen Kreistag, gezogen. Ich hatte Dr. Wolfgang Fuchs bei etlichen Gelegenheiten als eine großartige Persönlichkeit kennen und schätzen gelernt.
Von Karlum fahre ich nach Husum: im Wahlkreisbüro erledige ich Post und Telefonate, bevor ich zum CDU-Ortsverband Langenhorn fahre. Dort steht die Neuwahl des Vorstandes auf dem Programm und die Ehrung von zwei langjährigen Mitgliedern: der Ortsvorsitzende Horst Saeger und seine Frau Jutta sind beide seit 40 Jahren Mitglieder der CDU, die dafür ein besonderes Dankeschön verdienen.
Mit dem vorletzten Zug komme ich um 23.30 Uhr zu Hause in Morsum an. Feierabend.
Am Sonnabend habe ich keine Termine: jetzt bleibt auch etwas Zeit für die Familie. Mit den Kindern spiele ich Monopoly, das derzeit hoch im Kurs ist. Jubel bei den Kindern: Papa verliert.
Aber ganz ohne Arbeit geht es an diesem Tag auch nicht: letzte Vorbereitungen für die Klausurtagung der Arbeitsgruppe „Umwelt“ sind zu erledigen, und die Sachen werden gepackt für die Reise am Sonntag nach Berlin. Nach 11 Wochen sitzungsfreier Zeit in Berlin hat sich viel Papier angesammelt – der Koffer ist extrem schwer.
Am Sonntag bleibt nur kurze Zeit für ein gemeinsames Familienfrühstück. Um 08.34 Uhr nehme ich den Zug aufs Festland und fahre nach Berlin, wo um 14.30 Uhr die Klausurtagung der Arbeitsgruppe „Umwelt“ beginnt. Wir tagen bis 21.00 Uhr.
Berlin hat mich nach 11 Wochen parlamentarischer Sommerpause wieder.

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