Ich bin Jens und seit einigen Wochen in der reaktivierten JU Sylt. Momentan bin ich aber in Berlin, wo ich ein Praktikum bei unserem Abgeordneten Ingbert Liebing im Bundestag mache.
Mitten im Wahlkampf habe ich mich entschieden aktiv zu werden und habe Ingbert Liebing, dem Bundestagsabgeordneten für Nordfriesland und Dithmarschen-Nord, eine Mail geschrieben, die er prompt beantwortet hat. Von da an war ich mit ein paar Freunden mitten im Wahlkampfgeschehen. Wir haben an Info-Stände mit den Bürgern diskutiert und Ingbert Liebing hat uns auf Wahlveranstaltungen mitgenommen. So zum Beispiel nach Heide, wo er sogar die Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten Peter-Harry Carstensen vor hunderten begeisterten Menschen empfing. Wir bekamen knallorangene CDU-Jacken, ebenso knallorangene „Angie“-Schilder und die mächtigste Frau der Welt ging nur gute 2 Meter vor uns hosenanzugtragend und händeschüttelnd durch die Menge direkt gefolgt von Ingbert Liebing und dem Ministerpräsidenten Peter-Harry Carstensen.
In Gesprächen hat Liebing immer wieder betont, wie wichtig es sei, dass sich junge Menschen in den politischen Dialog einschalten und sich engagieren würden. Auch deshalb haben wir uns entschlossen, die JU Sylt wieder aufleben zu lassen und ich nahm das Angebot eines Praktikums in seinem Berliner Büro gerne an.
Also standen mein riesengroßer Koffer und ich schließlich am Berliner Hauptbahnhof. Check-In im Hotel, Hausausweis beantragen und dann gleich in die erste CDU/CSU-Fraktionssitzung. Um mich herum Köpfe, die ich nur aus dem Fernsehen kannte, Ilse Aigner, Norbert Röttgen, Michael Glos. Es ging um die Katastrophe in Haïti, alle zeigten große Betroffenheit und wollten sogar die Millionenhilfen der Bundesregierung für das gebeutelte Land noch weiter aufstocken.
In den nächsten Tagen begleitete ich Ingbert Liebing unter anderem auf die „Grüne Woche“, eine Ausstellung über Landwirtschaft, Ernährung und Landtourismus. Kurios: Eine Fischbratwurst aus Mecklenburg, die wir nach einigem Zögern schließlich doch aßen. Sie schmeckte nach einer Mischung aus Kartoffeln und Möhren.
Die Praktikantenvermittlung des Deutschen Bundestages ermöglichte mir außerdem den Besuch von mehreren Fernsehsendungen und eine Führung durch das ZDF-Hauptstadtbüro. Aber vor allem erhielt ich in den zahlreichen Ausschüssen und Arbeitsgruppen interessante Einblicke in die deutsche Demokratie und ihre manchmal etwas lahm erscheinende Umsetzung. Ich war überrascht, wie schwer es doch ist, ein Land zu lenken. Politik, so lernte ich, ist ein Kompromiss, immer der kleinste gemeinsamer Nenner zwischen verschiedenen Interessen. Bei 80 Millionen Deutschen gibt es auch 80 Millionen Interessen und Meinungen, die alle berücksichtigt und vertreten werden müssen. Auch habe ich gelernt, dass Politik ein unglaublich komplexer Ablauf ist. Bis die tagesschaufertigen Gesetze und Beschlüsse gefasst sind, muss ein langer Weg über Arbeitsgruppen, Kommissionen, Fraktionssitzungen und Plenardebatten gegangen werden. Es war sehr interessant, hinter die Kulissen der großen Politikbühne zu schauen. Das hat mein Verständnis für die Abläufe in Berlin enorm verändert und nach knapp 2 Wochen habe ich erst eine hauchdünne Ahnung vom komplizierten Wesen der deutschen Demokratie bekommen.
Herzlichen Dank für die tollen 2 Wochen an Ingbert Liebing und seine netten Mitarbeiterinnen Sophie, Silke und Regine.
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